Wieder im Auto: Von den Blue Mountains bis Melbourne

Obwohl wir uns im Moment lieber nach einem Fahrrad als nach einem Auto sehnen, haben wir uns doch nochmal in eines gewagt. Australien ist einfach zu groß! Wir haben einen tollen Relocation Deal gefunden. Was ist eine Relocation? Hier finden Autovermieter und Reisende zusammen. Der eine will sein Auto zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem Ort haben, der andere will zufällig in diese Richtung. So kamen wir an unseren ausgebauten Jeep mit Kühlschrank, Herd, Bettzeug, Doppelbett in der 2. Etage und jeder Menge Power unter der Haube für wenig Geld. Sogar ein wenig Benzingeld gab es noch dazu.

Unser erster Halt waren die Blue Mountains in der Nähe von Sydney. Was gabs zu sehen? Jede Menge Eukalyptusbäume, unendlich grüne Täler und tolle Gebirgsformationen. Unser Höhepunkt war dann unser Abendessen beim Sonnenuntergang bei den drei berühmtesten Felsen, den “Three Sisters”. Um die Felsen ranken viele Legenden, eine, die uns sehr gefallen hat, steht zufällig auch bei Wikipedia.

Abends suchten wir uns dann einen schönen Campingplatz (um 20.30 Uhr) und standen vor verschlossener Schranke. In Neuseeland konnten wir einfach immer zu den Plätzen fahren, hier fallen die Schranken um 6 oder 7 Uhr zu. Kurzerhand stellten wir uns auf den Parkplatz vor der Schranke. Zum Glück hat uns der Besitzer hier gesehen, so konnten wir doch noch ordnungsgemäß einchecken. Hätten wir zwar gern darauf verzichtet, aber zu dem Zeitpunkt wussten wir auch noch nicht, dass die Duschen und Toiletten mit einem Zugangscode verriegelt sind.

Der nächste Tag bestand eigentlich mehr oder weniger aus Autofahren, denn der Wilson Promontory Park war unser Ziel. Sind laut Google Maps nur 1.088 Kilometer, ein Klacks. Wir haben uns zwar angestrengt, ganz haben wir es aber nicht geschafft.  Schließlich wollten wir auf der Strecke (Kangaroo Valley, Küste, Strände) auch noch etwas sehen und sogar zum Baden war noch kurz Zeit. So hielten wir ca. 300 Kilometer vor dem Park zum Schlafen an, nachts sollte man nämlich eh nicht in Australien fahren, da die Kängurus gern mal auf der Straße rumhüpfen. Und wir wollten lieber nicht ausprobieren, wer stärker ist: Die Kängurus oder unser Jeep. Aber: Schon wieder standen wir vor verschlossenen Toren. Als wir die Besitzer endlich erreichten, meinten sie es wäre schon fast eine Zumutung uns noch reinzulassen. Es war 21 Uhr. Das ließ nichts Gutes hoffen für Australiens Camper. Wir hatten aber Glück und bekamen ein Plätzchen.

Früh morgens gings weiter zum Nationalpark und die Fahrerei hatte sich gelohnt. Vor allem die Strände haben es uns angetan. Das Beste war aber, dass wir direkt im Park schlafen konnten und keine Angst haben mussten, schon wieder einen Australier um 21 Uhr vom Schlafen abzuhalten. Außerdem begann unser letzter Tag mit einem langgehegten Traum: Kängurus in freier Wildbahn beobachten. Morgens um 7 Uhr waren wir ganz alleine mit den springenden Tierchen. Einige hundert bekamen wir zu Gesicht und am Schönsten war es natürlich, wenn sie hüpften. Das Känguru kam laut einer Legende übrigens zu seinem Namen, weil die Engländer damals die Aborigines gefragt haben, wir das seltsame Hüpftier wohl heißt. Die Antwort war zwar Känguru, aber dies bedeutete “Ich verstehe deine Frage nicht” und nicht etwa der Name des Tieres.

In diesem Sinne: Auf nach Melbourne!

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