Wasser marsch in Yangon

Unbeabsichtigterweise hatten wir unseren Rückflug nach Kuala Lumpur gut gewählt: In Yangon würden wir noch den ersten Tag des jährlichen Wasserfestivals – so etwas wie Silvester – mitbekommen. Vom 13. bis zum 16. April hieß es im ganzen Land “Wasser marsch”.

Auch wenn das Festival erst ab dem zweiten Tag so richtig in Schwung kommen soll, haben wir doch einen sehr guten – und vor allem nassen – Eindruck bekommen. Nach einer etwas langweiligen Eröffnungszeremonie um halb neun Uhr morgens mit einigen Tänzen und Ansprachen standen wir etwas unschlüssig in der Stadt herum. Es gab eine kleine Tribüne, auf der Menschen mit Wasserschläuchen standen, aber es gab niemanden, der an der Tribüne entlang ging oder fuhr bis auf zwei, drei Leute. Hilfe, dachten wir, ist das Festival so langweilig? Irgendwas musste doch passieren, denn schließlich hat fast alles in der Stadt zu und wir nicht viel zu tun. Also begaben wir uns noch einmal ins Hostel und warteten bis zum Nachmittag. Und siehe da. Immer mehr Leute kamen raus und als wir die Straße entlangwanderten, kam uns der ein oder andere Schwall entgegen.

Aber auch wir waren bewaffnet mit je einer Wasserflasche und pirschten und an die Kinder ran. Als wir am Kandawgyi Lake angekommen waren, gab es kein Halten mehr. Mehrere Tribünen hintereinander waren aufgebaut und mit Schläuchen präpariert. Das Wasser wurde aus dem See abgepumpt. Um auf die Tribüne zu kommen, muss man sich Tickets besorgen, die zwischen 2.000 und 30.000 Kyat kosteten. Ein teurer Spaß oder würdet ihr für so etwas in Deutschland 30 Euro zahlen. Auf jeder Tribüne war andere Musik, es erinnerte ein wenig an die Love Parade, nur dass die Wagen fest installiert waren.Um die Tribünen herum fuhren Autos, Jeeps und Trucks voll beladen mit Menschen. Diese wurden dann gnadenlos nass gespritzt, aber auch als normaler Fußgänger bekam man genug Wasser ab.

Viele machten sich noch einen Spaß daraus, uns zusätzlich mit Eiswasser aus Tassen zu begießen. Das ein oder andere Mal konnten wir die Attacken aber geschickt abwenden, sodass der Angreifer schließlich nass und lachend einem gegenüberstand.

Als wir uns nach einer kleinen Pause abends noch einmal aus dem Hostel raustrauten, waren wir ganz erstaunt: Es scheint im Dunkeln eine Art Waffenstillstand zu geben. Aber schließlich haben die Leute ja volle 4 Tage, mit Wasser um sich zu werfen und sich so von den Sünden des alten Jahres zu befreien.

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