Unser Herz ist auf Fidschi geblieben

Unglaublich: Das Land hat unser Herz in wenigen Tagen erobert. Damit meinen wir nicht das Fidschi, was ihr vielleicht von Postkarten kennt oder das, was die meisten Touristen von hier sehen: große Resorts, ellenlange Strände und Palmen. Wir haben uns für einen Homestay auf Ovalau, eine der 333 Inseln Fidschis, entschieden und wurden nicht enttäuscht.

Die erste Nacht verbrachten wir noch ungeduldig in Nadi, wir wollten ja so gern auf unsere kleine Insel und nicht in dieser hässlichen Stadt bleiben. Die Happy Hour und wunderschöne Gitarren Livemusik haben uns aber ein wenig geholfen, die Stunden hier zu genießen. Am nächsten Morgen ging es früh los mit der bangen Frage, ob die Fähre nun am Sonntag fährt oder nicht. Egal, wen wir fragten, wir bekamen immer eine andere Antwort. Wir probierten es und leider fuhr keine Fähre. Aber immerhin waren wir nun in der Hauptstadt Suva und unserem Ziel ein Stück naeher. Schnell ein Hostel gesucht und gefunden, dann bummelten wir durch die Stadt und bekamen gelegentlich einen tropischen Schauer ab. Für unglaubliche 2,7 Euro gingen wir später noch ins Kino. Welche besseren Film kann man auf einer Insel schauen als “The Impossible”. Mit Tsunami Gedanken gings dann ins Bett, um am Montag die Fähre zu erwischen.

Zuerst mussten wir mit dem Bus ca. 2 Stunden zum kleinen Hafen fahren. Da wir kein Ticket hatten, bangten wir bis zur letzten Minute, ob wir mitkommen konnten. Halb Suva schien nämlich nach Ovalau zu wollen. Sehr kreativ wurde das Problem gelöst: Aus einem Bus wurden später ganze vier bis alle mitfahren konnten. Respekt!

Nach 1 Stunde Fähre, 1 Stunde Bus fahren auf Ovalau und 30 Minuten hinten auf dem Truck später, landeten wir in Silana, einem winzigen Dörfchen auf der Insel. Und genau hier verloren wir auch unser Herz. Sala und Seru, unsere Gastgeber öffneten ihr Haus und ihr Herz für uns. Statt des gebuchten Dorms gaben sie uns eine Hütte für uns allein, weil wir die ersten waren, die dieses Jahr per E-Mail gebucht hatten.

Wir hatten eine wunderbare Zeit hier:

- Wir bekamen leckeres Essen (ganz viel mit selbstgemachter Kokosmilch)
- erkundeten den Busch
- tranken grüne Kokosnüsse
- besuchten die Dorfschule
- gingen mit Billy, dem jüngsten Sohn, schwimmen
- tranken den leckersten Tee der Welt (schwarzer Tee mit frischen Zitronenblättern)
- lernten einige Vokabeln
- kochten Lovo (tradtionelles Essen hier aus einer Art Erdofen)
- führten mehrmals die Kava Zeremonie durch
- lauschten dem Gesang und den Gitarrenklängen der Familie und ihren Freunden (Highlight: Leaving on a Jetplane auf Fidschianisch)
- sahen einen richtigen Chief (sowas wie ein Häuptling)
- stellten aus Kokosblättern einen Fächer her
- erkundeten die Stadt Levuka, die ehemalige Hauptstadt (sieht aus wie im Wilden Westen)
- machten selber Kokosnussmilch
- lachten den ganzen Tag

Schweren Herzens nahmen wir Abschied – leider schon um 3 Uhr morgens, weil die Fähre zurück so früh geht. So mussten wir unsere letzten zwei Nächte in Resorts verbringen und fanden es ganz schrecklich, vor allem nach der wunderbaren Zeit in Silana.

Die Menschen hier sind wirklich etwas besonderes. Vor allem hat uns gefallen, dass sie weniger konsumorientiert sind als die westlichen Länder. Ein Punkt, der uns in Deutschland beispielsweise überhaupt nicht mehr gut gefällt: Immer muss alles neu sein, Weihnachten sind die Geschenke am wichtigsten statt das Beieinander, alle scheinen immer gehetzt zu sein.

Hier auf Fiji haben die Menschen auch viel zu tun, es bleibt aber immer Zeit für ein Gespräch, es wird viel gelacht. An Weihnachten und Geburtstagen (ist hier eh nicht so wichtig) gibt es keine Geschenke, sondern es wird etwas besonderes gekocht und die Familie sitzt zusammen und singt einige Lieder. Das, was sie besitzen, wird nicht ersetzt, wenn es kaputt geht, sondern repariert.

Wir werden versuchen, wieder zu kommen und können jedem nur raten, einmal in diese Welt einzutauchen.
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Ein Mini-Sprachkurs für euch (ohne Gewähr fuer die Rechtschreibung)

Hallo = Bula
Hallo (foermlich) = Ni sa bula (super, wenn man mal den Chief trifft)
Guten Morgen = Yandra (sagt man so bis 12 Uhr mittags)
Bitte = Kerekere (kann aber auch “Entschuldigung” im Sinne von “Excuse me” heissen)
Entschuldigung = Vosotiao
Ja = Io
Nein = Sega (senga ausgesprochen)
Tschüss = Moce (mose ausgesprochen)
Iss = Kana
Beeilung = Totolo
Eule = Lulu
Ich liebe dich = Audomoniiko
Ich schwitze = Ausa buno
Kuss = Kissi
Verrückt = Kuku
Keine Sorge = Senganalenka

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