Und? Wie war Ecuador?

Wir sind auf dem Sprung von Ecuador nach Bolivien. Zeit also für einmal kurz Luft holen und für unser Fazit.

Drei Monate Aufenthalt, wenn man nur 12 Monate Zeit hat, muss ja was heißen. Wir mögen Land und Leute, obwohl zumindest ich manchmal den Eindruck hatte, dass die Ecuadorianer den Ausländern meist andere Preise abgeknüpft haben – im Gegensatz zu Peru. Wir hatten zwei, drei Mal etwas lautere Auseinandersetzungen mit Taxifahrern und kämpften uns durch immer wieder andere Angaben zu Richtung und Preisen. Jaja, so sind sie halt, die “kleinen Lügner” (warum dieser Ausdruck? Lest hier).

Alle Städte und Orte, die wir gesehen haben, würden wir weiterempfehlen. Natürlich waren die Galapagos Inseln ein Highlight, genauso gut haben uns aber die Berglandschaften, Vulkane und Naturparks beeindruckt. Cuenca, unsere Heimatbasis für 1 Monat, haben wir natürlich besonders ins Herz geschlossen. Hier hatten wir richtig Zeit, die Leute und ihre Herzlichkeit kennenzulernen. Und obwohl Cuenca die drittgrößte Stadt ist, gleicht es mehr einem Pueblito (Dorf), wo jeder jeden kennt und man im Gegensatz zu Quito keine Angst haben muss, abends durch die Straßen zu schlendern.

Das Transportwesen war wesentlich weniger komfortabel als in Peru. Die Busse sind eng, stickig und alt, dafür kosten sie nur einen Bruchteil von dem, was sie in Peru gekostet haben. Meist gilt die Faustregel: 1 Stunde = 1 Dollar. Nur hier unten im Süden haben sie ein wenig geschummelt und nahmen meist das Doppelte. Und: Die Fahrer sind besser gefahren, als wir es erwartet haben.

Unsere Hostels waren meist sehr gut und haben so zwischen 7 und 15 Dollar gekostet (pro Person). Sehr oft hatten wir riesige Zimmer, in denen wir uns richtig ausbreiten konnten. In Dorms haben wir nicht übernachtet, da die Preise fürs Doppelzimmer meist genaus so viel kosteten wie zwei Betten im Dorm. Im Gegensatz zu Peru gab es in Ecuador meist kein Frühstück, aber die Toastbrot und Rührei-Pause hat uns ganz gut getan.

Enttäuscht hat uns das Essen. Da war Peru noch ein Highlight gegen. Reis, Reis, Reis, Hähnchen (meist frittiert) und Linsen. Lecker, aber meist auch fettig, waren aber die Empandadas – oft mit  einem Ministück Käse gefüllt. Die Einheimischen essen diese mit Zucker bestreut und auch uns hat diese Kombi sehr gemundet. Die würzigen Kartoffelplätzchen aus Latacunga haben uns auch geschmeckt, aber wir haben sie nirgendwo mehr gefunden. Platz Eins auf der kulinarischen Liste belegt das Pan de Yuca. Wer es schafft, uns zum Empfang, Pan de Yuca zuzubereiten, bekommt einen Preis. Das beste Pan de Yuca haben wir auf einer Bustation in Puerto Viejo entdeckt. Ceviche gibt es hier auch, sieht aber mehr aus wie eine Suppe. In Peru schmeckt Ceviche definitiv um Meilen besser. Lecker und sättigend war die Locro de Papa, eine Kartoffelsuppe mit Avocado und Käse drin. Das Essen an der Küste war würziger als im Landesinneren. Und dort gibt es natürlich den Riesenvorteil vom frischem Fisch.  Häufig haben wir uns gefragt, ob die Ecuadorianer kein Salz mögen, denn meist fehlte es komplett im Essen. Von der Spanischlehrerin haben wir erfahren, dass Ecuadorianer nichts Scharfes mögen. Ach wie schade, aber damit ist Mexico immer noch unser Lieblingsland Nr. 1, was Essen angeht.

Beim Obst haben wir uns durch alles durchprobiert. Favoriten sind beispielsweise Grenadilla und Taxu (leider mit fiesen Stacheln). Wahnsinn waren die Brombeer-Berge, die man auf dem Markt bekommen hat. So viele haben wir noch nie gesehen und Brombeer (Mora) war auch definitiv unsere Lieblingsgeschmacksrichtung beim kreativen Säfte-Mixen auf den Märkten. In Ecuador gibt es ab 50 Cent riesige Fruchtsäfte (unverdünnt und frisch gemixt). Die ganz Harten trinken ihren Mix noch mit einer Art Malzbier uns rohem Ei drin.

Und was wird noch so getrunken? Alkohol ist meist mit einer hohen Steuer belegt. Wein kommt selten auf den Tisch und wenn dann aus Chile. Unsere Nummer 1 ist Canelazo, der am besten in Quito schmeckt in der Calle Ronda. Da es abends oft kalt ist, ist hier das ganze Jahr über “Weihnachtsmarkt-Feeling” und Canelazo (lecker mit Brombeer-Geschmack) wärmt schnell auf.

Irgendwie überrascht hat uns, dass es weniger warm war als erwartet. Wieso ist es so frisch in einem Land am Äquator? Muss an der Höhe liegen… Ach ja, wenn es mal wieder abends kalt war, machten wir es uns mit ner DV D gemütlich – natürlich auf Spanisch. Von Copyright haben sie hier hoch nichts gehört und so gibt es an jeder Ecke Kopien ab 1 Dollar. “Original-Kopien” kosten 1,50. Was das ist, könnt ihr in eurem nächsten Urlaub selbst rausfinden.

Nos vemos en Ecuador?

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