On the road to Mandalay

Den Spuren Kiplings folgend, gings nach Mandalay. Unsere Road to Mandalay war aber der Billigflieger AirAsia. Wirklich aufgeregt (fast so wie bei unserem Abflug aus Hamburg) landeten wir im International Airport von Mandalay. Erste Überraschung: Wir bekommen am KBZ-Bankschalter für 1 US-Dollar 881 Burmesische Kyat. Das ist der marktaktuelle Umrechnungskurs. Vor einigen Monaten gab es bei der Bank für 1 US-Dollar noch etwa 150 Kyat und nur auf den Schwarzmärkten und bei Goldhändlern einen ähnlich guten Kurs, wie wir ihn nun bekamen. Das Geld-Problem, insbesondere die Wechselkurse und das Geld-Abheben, machte uns nämlich am meisten Bauchschmerzen bei der Vorbereitung. Mit Kyat in der Tasche ging es im Taxi in die Stadt zu unserem vorher telefonisch reservierten Hotel (hostelbookers etc. sind hier noch nicht wirklich vorhanden).

Herzlichst wurden wir empfangen. Wir schnappten uns gleich zwei Hostel-Räder und erkundeten die weitläufige Ein-Millionen-Stadt (das glaubt man zumindest, der letzte Zensus war 1983) per Fahrrad. Durchs Stadtzentrum ging es an den Aryeyawady-Fluss vorbei an Tempeln, Klöstern, Märkten, Straßenständen, Teehäusern und vielen winkenden und grüßenden Burmesen. Wir stoppten für eine Saftpause, für Wasser und für kleine Gespräche (viel Hand und Fuß dabei) mit den Einwohnern. Während unserer letzten 9 Monate fühlten wir uns noch nie so glücklich Freude strahlend empfangen wie auf dieser Fahrrad-Tour durch die Stadt. Das ist jetzt in keinster Weise negativ für die letzten 12 Länder gemeint, sondern soll für Mandalay sprechen. Vielleicht auch für ganz Myanmar, was wir noch prüfen werden. Beim Wasserkauf ließ sich Eike zudem mit dem Myanmar-Make-Up Thanaka eincremen. Die gelblich-weiße Paste soll als Sonnenschutz dienen, kühlt und macht die Haut gleichzeitig schön. Eike mit Thanaka also ein weiterer Hingucker auf der Radtour. Noch mehr Blicke waren dadurch auf uns gerichtet. Die Menschen freuten sich, dass wir einen wesentlichen Teil ihres Alltags ausprobierten. In den Gassen grüßten Mönche in bordeuxrotem Outfit (in Laos waren sie alle noch in orange gekleidet), zudem kreuzten uns Nonnen in schicken rosafarbenen Roben.

Am nächsten Tag tauschten wir dann die wirklich gar nicht gemütlichen Fahrräder (schiefer Sattel, keine Bremse) gegen einen Motorroller. Weiter, schneller, höher wollten wir kommen. Erster Stopp sollte der Mandalay-Berg sein. Schöner Blick und ein Tempel sollte uns hoch oben begrüßen. Der Berg war für uns und unser Moped aber leider nicht bezwingbar. In der vierten Haarnadelkurve fielen wir beim abrupten Gas geben nach hinten runter. Mit leichten Schürfwunden ging es zurück ins Hostel – peinlich. Das Moped war noch heile, wir halbwegs. Aber endlich kommt das Verbandszeug zum Einsatz und Jod ist auch noch jede Menge da. Mit Verband (Micha) und Pflaster (Eike) suchten wir schnell wieder das Weite. In der Bank tauschten wir noch mal Geld bei unglaublich freundlichen Bank-Angestellten. Bei der Freundlichkeit wäre ich damals auch bei der Sparkasse Bremen geblieben…

Nächster Stopp in einem der in Myanmar weit verbreiteten Teehäuser. Dort verbringen die Menschen hier teilweise Stunden, zudem gibt es hier super günstig Frühstück, Currys und kleine Snacks. Wir zahlten für ein Curry mit sechs kleinen Schälchen verschiedener Dipps und Salaten sowie einem Pfannkuchen und zwei Getränken etwa 1,20 Euro. Und dann gibt es ja noch gratis Tee… Unser Point-It-Wörterbuch hatten wir mal wieder im Hostel vergessen, so dass die Bestellung eher Zufall war… Ein paar sprechen Basic-Englisch, aber die Mehrzahl kein Wort.

Auf dem Moped fiel uns die staubige und stickige Luft noch mehr auf. Kopfschmerzen waren eine logische Konsequenz. Dennoch machten wir uns ins südlich von Mandalay gelegene Amarapura, um den Sonnenuntergang an der längsten Teakholz-Brücke der Welt zu genießen. Auf einem Boot schippernd hat uns der Bootsführer zu den besten Foto-Punkten der 1.200 Meter langen U-Bein-Brücke gebracht. 100 Bilder reicher ging es im Stockdunkel zurück in die Stadt.

Als Abschluss gab es im Hostel zum Frühstück Mohinga – eine Fischsuppe mit Reisnudeln. Das Frühstück und Nationalgericht der Burmesen. Lecker, lecker. Bisher sind wir sowieso neben der unglaublichen Freundlichkeit sehr vom Essen beeindruckt. Gestärkt ging es nach Pyin Oo Lwin, raus aus der Smog-Luft in die kühlen Berge.

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