Historisches Lucknow

Irgendwo zwischen Varanasi und Agra wollten wir gern Halt machen. Die Wahl fiel auf Lucknow, die Hauptstadt des Bundesstaates Uttar Pradesh. Mit dem Zug gings im Liegeabteil (Kissen und Decke inklusive) etwa 8 Stunden durch quer durchs Land. Teils sitzend, teils schlafend, teils mit den Kindern spielend, verging die Zeit wie im Fluge.

In Lucknow wurden wir herzlichst von der Touristenpolizeit begrüßt, wo wir auf unseren Rickshaw Fahrer warten durften. Sehr nett. Endlich im Hostel angekommen – genauer gesagt bei einem Homstay – stellten wir fest, dass wir weit weit weg von allem sind und die Transportkosten unser günstiges Zimmer wieder in die Höhe schnellen lassen. Nichtsdestotrotz gings in die Stadt, denn wir hatten Hunger. So ganz wohl fühlten wir uns dort aber nicht, denn es gibt noch etwas, was schlimmer ist, als indische Hindu-Männer und das sind muslimisch-indische Männer. Mit bösen Blicken begleitet liefen wir die Straße lang und als wir auf die Frage nach einer Speisekarte mit einem abfälligem Kopfnicken auf die Menütafel in Hindu verwiesen wurden, suchten wir das Weite. Schnell noch an einem Straßenstand gestärkt, machten wir uns auf die Suche nach einer Rickshaw. Der erste wollte uns nicht mitnehmen, der zweite verlangte das Doppelte. Nur mit Hilfe einiger Einheimischer, die sich in die Preisverhandlungen einmischten, schafften wir es dann doch noch nach Hause.

Lektion gelernt: Die nächsten 2 Tagen aßen wir im Homestay. Hier organisierte man uns auch einen zuverlässigen Rickshaw Fahrer, der uns viele viele alte Gebäude zeigte. Wir waren ganz froh um den schattigen Platz auf der Rückbank, denn die Hitze machte uns zu schaffen. Mindestens 5 Liter Wasser hat jeder von uns an dem Tag getrunken. Sobald wir die Rickshaw verließen, wurden wir vor Kameras gebeten. Viele Touristen scheinen hier nicht herzukommen. Dass die Inder der englischen Sprache nicht ganz mächtig sind, zeigte sich besonders an einer Szene. In einem Park wurden wir um ein Bild gebeten. Micha stellte sich gleich stolz auf, schließlich war er in Übung. Der Mann schaute ihn verwirrt an und meinte: No, I want that one. “Das da”, also ich, wurde also neben seiner Freundin drappiert und abgelichtet. Herrlich. So ganz konnte Lucknow aber nicht unser Herz erobern, daher gings mit dem Nachtzug nach Delhi. Auf die Zugfahrten hier freuen wir uns immer wie kleine Kinder. Die Betten sind herrlich bequem und man kann wunderbar in den frischen Laken und Decken schlummern.

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