Lindo in Mindo

Zwischen Otavalo und Mindo gibt es leider keine Busverbindung und so ging es zuerst nach Quito und dann von dort nach Mindo. Dieses kleine Örtchen liegt nordwestlich von Ecuadors Hauptstadt und wenn man wie wir nicht das Glück hat mit einer direkten Verbindung in den Ort hineingefahren zu werden, landet man einige Kilometer außerhalb an einer Kreuzung.

Sagenhafte 3 Minuten standen wir da, bis uns ein Guide aufgabelte und mit in den Ort nahm. In Ecuador ist “Trampen” nämlich etwas ganz normales, die Leute nehmen gern andere mit. Nach etwas Suche landeten wir sogar in dem vom Guide empfohlenen Hostel und fühlten uns wie im Hotel Mama. Die Besitzerin umsorgte uns von vorn bis hinten, wusch die Wäsche, stellte unsere Schuhe morgens zum Trocknen in die Sonne und holte sie bei Regen hinein. Das schönste im Hostel war aber der Riesengarten mit Orchideen, Schmetterlingen und Kolibris, denen wir beim Frühstück beim Flattern zuschauen konnten. Viel los ist allerdings nicht in Mindo. Unsere Zeit brachten wir bei einer Wasserfalltour um, wo wir uns von drei von diesen abseilten. Aufregend und nass! Und wir waren mal wieder beim Ziplining – in Drahtseile eingehängt gings im rasanten Tempo über die Schluchten. Abkühlung suchten wir danach im Wasserfallschwimmbad. Aus den ca. 30 Minuten Fussweg wurden ca. 1,5 Stunden. Ein Einheimischer begleitete uns die Straße hoch und redete ununterbrochen. Als wir ein Schild sahen “Noch 2 km” fragten wir nochmal vorsichtig nach, denn laut seiner Aussage sollten es nur noch wenige Minuten sein. Tja, sagte er, wir Ecuadorianer sind Lügner, aber nur ganz kleine. Wir wissen selbst nicht so genau, wie weit es genau ist, wir schätzen das nur – es kann mehr oder auch weniger sein. Angekommen sind wir dennoch irgendwann und statt sofortiger Erfrischung gab es eine ca. 10 Minuten steilen Abstieg ins Tal. Endlich am Ziel war uns das Wasser aber eigentlich viel zu kalt…

Mindo hat aber auch seine leckeren Seiten: SCHOKOLADE. Hier wird eine der besten Schokoladen Ecuadors produziert (aber nicht angebaut, weil nicht hoch genug gelegen). Daher werden hier köstliche Schokoladenworkshops angeboten. Wir machten gleich zwei: Den ersten im Chocolarte, wo wir einiges zur Geschichte erfuhren und danach Schokoladenfondue verspeisten bis wir platzten. Beim zweiten im Cafe El Queztal wurde es technischer: Alles von der Ernte über die Trocknung und Röstung bis hin zum Pressen der Schokolade und Verfeinerung mit Zucker und Geschmäckern. Zum Schluss stand auch hier wieder eine Verkostung an mit hochprozentiger Schokolade. Man glaubt gar nicht, wie gut pure Scholoade schmecken kann. Ich persönlich bin auch Fan von den reinen, gerösteten Kakaobohnen geworden. Sowas gibt es manchmal wohl auch in speziellen Läden, einfach mal in Deutschland Ausschau halten. Wie Schokolade hergestellt wird, lest hier am besten im Netz nach. Einen Fakt fanden wir aber sehr interessant an der Tour. Liebe Fair Trade Fans aufgepasst: Dieses Zertifikat können sich die Bauern hier, obwohl sie viele Richtlinien einhalten, gar nicht leisten, weil es ca. 10.000 Dollar kostet. Ein eher fragwürdiges Zertifikat also.

Unser persönliches Highlight in dem gefühlte nur aus einer Straße bestehenden Städtchen: Ein deutsche Cafe, wo es richtiges Brot mit Käse gab. Ein Brot wanderte auch gleich mit ins Gepäck nach Quito, wo es ein zünftiges Abendbrot gab! Schließlich mussten wir uns stärken für unsere anstehende Galapagos Tour.

Das Brot war allerdings nicht das einzige Souvenir. Miese kleine Mücken oder – wie ich eher vermute – Sandfliegen, machten uns das Leben dort ein wenig zur Hölle. Die Stiche quellen richtig rot auf und jucken mehrere Tage so stark, dass ich mich nie wieder über einen normalen deutschen Mückenstich beschweren dürfte. Es bleibt spannend, ob und wann die Stiche verschwinden.

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One Response to Lindo in Mindo

  1. Helga says:

    Die Schokoladenherstellung und Verkostung hätte mir auch sehr gut gefallen.Ich soll den Weltenbummlern viele Grüße von allen Gartenfreunden bestellen. Es war zum Gartenfest wie immer schön mit viel zu viel leckerem Essen(nur Eikes Salat hat gefehlt), Skatrunde, Diskussionen und netten Gesprächen.Weiterhin viele interressante und schöne Erlebnisse wünschen Helga und Erich

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