Kiwis Ade: Neuseeland, wir werden dich vermissen

Neuseeland hat uns sehr gut gefallen, was ihr vielleicht schon aus unseren Artikeln mitbekommen konntet. In erster Linie lag dies an den super herzlichen Menschen, die einen überall mit einem freundlichen Hallo (oder auf Maori: Haere Mai) begrüßten und sofort fragten, woher man kommt und was man hier so macht.

Leider hatten wir weniger Kontakt zu den Einheimischen als wir es uns gewünscht hätten, denn das Reisen im Auto isoliert einen etwas. Auf den Campingplätzen selbst gab es bis auf wenige Ausnahmen auch kaum Gespräche mit anderen Reisenden, da die meisten schon sehr früh ins Bett gingen.

Reisen in Neuseeland ist sehr einfach, insbesondere mit seinem eigenen Auto. Fast jede Stadt hat ein Informationszentrum (iSite), in dem man Auskunft über Touren, Wetter, Campingplätze und vielem mehr bekommt. Zudem gibt es jede Menge kostenlose Straßenkarten, mit denen man sich gut zurecht findet. Der “AA Club” (der neuseelaendische ADAC) hat zudem über jede Region Neuseelands ein echt edel aufgemachtes Heft veröffentlicht mit allen Highlights jeder Stadt und kleinen Stadtkarten. Damit haben wir meist unseren Weg gefunden, da diese handlich und schnell zur Stelle waren. So kamen wir auch ohne Lonely Planet aus.

Geschlafen haben wir oft auf den Campingplätzen des Department of Conservation (DoC). Diese Art Umweltministerium ist hier für den Naturschutz, die Erhaltung der Nationalparks, Erbauung von Wanderwegen und vielem mehr zuständig. Für die Nord- und Südinsel gibt es jeweils ein kleines Heft, in dem man nachschlagen kann, wo sich die DoC-Campingplätze befinden, wie viele Plätze es dort gibt, welche Einrichtungen (Unterstand, Dusche, Küche, etc.) man dort findet und was sie kosten. Meist haben wir im Schnitt 6 Neuseeland-Dollar (etwa 3,75 Euro) pro Person bezahlt. Ganz einfache Campingplätze nur mit Plumps-Klo kosten teilweise gar nichts und edle mit heißen Duschen und Küche so um die 10 bis 15 Dollar. Viele private Plätze haben wir auch durch Zufall gefunden oder über die Seite www.rankers.co.nz. Ab und zu waren wir aber auch auf kommerziellen Campingplätzen, wenn wir mal wieder ein bisschen mehr Luxus wollten oder es was zu feiern gab (z.B. Weihnachten).

Beim Essen können wir nicht allzuviel mitreden, da wir uns fast nur selbst verpflegt haben. Wir können nun übrigens richtig gut kochen und dabei nur einen Topf benutzen. Der Abwasch in Hamburg wird sich dramatisch verringern. Neuseeländer essen aber gern Fish & Chips und sehen meist leider auch so aus, als ob sie zuviel davon gegessen haben. Die sind aber auch lecker hier. Der Fisch wird ganz frisch paniert und ist butterzart! An jeder Ecke gibt es zudem einen Haufen Pies, kleine Kuchen, meist gefüllt mit Hack. An wenigen Orten gab es auch mal welche mit Fisch oder Gemüse, so dass Eike auch in den Genuss kam. Die Supermärkte sind super gut bestückt: von edlen Gebäcken bis hin zu frischen Würsten und großer Weinauswahl. Die Lebensmittel sind hier definitiv teurer als in Deutschland, was aber auch nicht schwer ist. Für einen Liter Milch aber zwischen 1,90 (1,20 Euro) und 3,5 Dollar zu zahlen, war aber dann doch schon teuer. Die Grundnahrungsmittel bewegten sich aber alle im oberen Preissegment. Die armen Familien hier. Ansonsten findet man in jeder Stadt Bäckereien und Cafes mit Muffins und Torten. Auch diese beginnen oft nicht unter 5 Dollar und wer mal eben schnell snacken will, ist mindestens 10 Dollar los. Aufgefallen ist uns, dass alles wahnsinnig gut aussieht. Fast jedes Gebäckstück ist ein kleines Kunstwerk. Auch auf den Märkten wurde auf die Optik geachtet und die eigentlich langweiligen Kartoffeln schnell mal in einer edlen bedruckten Papiertüte verkauft.

Einkaufen gehen bedeutet hier übrigens manchmal wahres Geld sparen. Die Rabattkultur wird groß geschrieben. Statt Sammelpunkten oder Bonuskarten bekommt man hier mit seinem Supermarktausweis gelegentlich ordentlich Rabatt (unser bester war mal über 3 Dollar). Zudem erhält man beim Einkaufen je nach Ausgaben Gutschriften für die nächste Tankfüllung. Ab 40 Dollar sparte man beim nächsten Tanken 4 Cent pro Liter, bei 80 Dollar 8 Cent usw. Dies ist wirklich super, vor allem in einem Land, wo sowieso jeder ein Auto hat.

Zum Einkaufen oder Anderswohin gehen einige übrigens gern barfuß. Eine Wohltat für die Füße, die wir nicht überall nachvollziehen konnten – zum Beispiel auf öffentlichen Toiletten. Aber die waren hier meist sehr sehr sauber und umsonst. Zwei Zustände, die man in Deutschland vergeblich sucht. Auf vergessenen Landstraßen bis hin zum Mini-Dorf: Überall gibt es öffentliche Toiletten, die nichts kosten. Gelegentlich gab es sogar Duschen in den Städten für nur 1 bis 2 Dollar!

Mindestens genauso oft wie die Toiletten waren die Büchereien vertreten. Hier haben wir uns oft aufgehalten, weil fast alle kostenloses W-Lan anboten und meist auch eine halbe Stunde Internetnutzung an einem Bücherei-PC für umsonst. Dies war super, vor allem weil wir mehr als einmal beim Blick ins Internetcafe oder Hostel dachten, dass das Internet gerade erst entdeckt wurde. Das teuerste, was wir gesehen haben, waren 15 Dollar pro Stunde!

Fast alle Büchereien hatten immer alte Bücher, die nicht mehr so oft ausgeliehen werden, zum Verkauf angeboten. Und keins war teurer als 2 Dollar. Kein Wunder also, dass der Bücherstapfel im Auto bei uns stetig zunahm. Ein tolles Konzept übrigens für Deutschland: Neben Büchereien gibt es hier auch Spielzeug Büchereien.  Eine super Idee gegen überfüllte Kinderzimmer.

Von der Landschaft muessen wir euch ja nicht so viel erzählen, die Bilder sprechen für sich. Kein Wunder also, dass unser häufigstes Wort “scenic” war. Viele Stellen erinnern tatsächlich an “Herr der Ringe”. Beeindruckend! Das Hobbit Dorf haben wir übrigens nicht angeschaut, da uns die 70 Dollar Eintritt dann doch etwas zu hoch erschienen. Wir haben das Geld lieber in die Delfine gesteckt, da hat man gleich viel mehr von. Das tolle an Neuseeland ist, dass man übrigens innerhalb weniger Stunden immer am Meer ist. Und wer das Wasser nicht mehr sehen kann, ist schnell in den Bergen und kann beeindruckende Wanderungen machen (zwischen 5 Minuten und mehreren Tagen). Das Department of Conservation hat unzählige Wanderwege durch das ganze Land angelegt, die es einem wirklich leicht machen, das Auto zu verlassen.

Am schönsten waren die Kauri Baeume, die Giganten des Waldes. Schade, dass so viele abgeholzt wurden. Aber die Neuseeländer sind wieder fleißig am Anpflanzen der schönen Baeume. Den Nationalvogel, den Kiwi, haetten wir gern in der freien Natur gesehen, allerdings ist dieser schwer zu finden und leider auch vom Aussterben bedroht. Gehört haben wir ihn aber gelegentlich nachts und gefunden letztendlich im Zoo von Auckland. Sehr süß.

Überrascht hat uns, dass die Neuseeländer weniger umweltfreundlicher sind als vorher gedacht. Recyclen war bis auf wenige Ausnahmen ein Fremdwort und wenn überhaupt wurden nur die Glasflaschen gesammelt. Die Plastiktüten wurden auch munter im Supermarkt verteilt, immer nach dem Motto, je mehr desto besser. Vermisst haben wir auch spezielle Fahrradwege. Wer sich hier aufs Rad traut, gehört zu den Wagemutigen. Zum einen wegen der steilen Straßen als auch wegen der Autofahrer. Die Kiwis haben einen ganz schlechten Ruf als Autofahrer und die vielen Kreuze am Wegesrand sprachen für sich.

Unser Fazit: Neuseeland ist ein Land zum Wiederkommen!

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