Bombenstimmung an der indisch-pakistanischen Grenze

Was kann man besseres bei 47 Grad machen, als sich in die pralle Sonne zu setzen? Also auf zur indisch-pakistanischen Grenze. Hier spielt sich jeden Tag zum Sonnenuntergang ein für uns ebenso spektakuläres wie unverständliches Ritual ab – die Einholung der Flaggen auf beiden Seiten. Einen ganz guten Artikel mit Hintergrundinformationen findet ihr hier.

Bevor wir aber dieses Spektakel sehen können, müssen wir uns in eine Schlange anstellen. Für Ausländer gibt es sogar ein Extra-Tor – überflüssigerweise, denn nach dem Tor sind wir wieder mit allen Indern vermischt. Plötzlich wird es lauter, die Grenzbeamten werden ungeduldig, weil viele drängeln. Die Frauen werden schließlich alle rausgefischt und ich hab Micha schon innerlich abgeschoben. Zum Glück treffen wir uns aber wieder nach dem Sicherheitscheck.

Gemeinsam geht es zum VIP Eingang, denn Ausländer haben einen eigenen kleinen Abschnitt auf der Tribüne. Schade, denn zwischen den abertausenden Indern wäre es bestimmt lustiger. So heißt es aber erstmal mit den anderen Touristen braten, denn bis zur Zeremonie sind es noch knapp 2 Stunden. Die Sonne brennt, es gibt keinen Schatten, das Wasser hat eine Temperatur von knapp 40 Grad und wir kommen dem Sonnenstich unaufhörlich näher .

Während wir über den Sinn von Hitze sinnieren und die fast leeren Tribünen auf der pakistanischen Seite anschauen, kommt plötzlich  Leben ins Geschehen. Junge Frauen beginnen auf unserer Seite wie Bekloppte mit einer Riesenflagge zum Grenztor zu rennen und zurück. Wer macht schon bei diesen Temperaturen freiwilig einen Kurzsprint? Antwort: Alle. Die Schlange ist enorm und alle wollen mal drankommen. Zwischendruch heizt eine Art Stadionsprecher die Stimmung immer weiter an. Es wird gebrüllt, was das Zeug hält: “Hindustan, Indien”. Dann wird noch ein wenig getanzt und es geht los. Die Soldaten schreien in ein Mikro – allerdings keine Worte, sondern eher ein langgezogenes “Oh”. Auf der pakistanischen Seite passiert das gleiche – hört sich an, wie ein Wettkampf und die Inder jubeln, wenn “ihr” Mann länger aushält. Dann geht der Soldat im Stechschritt zur Grenze und positioniert sich.

Nach vielen “Ohs” und komplett nass-geschwitzten Klamotten, werden die Fahnen eingeholt und das Spektakel ist vorüber. Wir haben versucht, euch mit Bildern ein paar Eindrücke aufzufangen. Ist aber schwer zu beschreiben, daher haben wir noch 2 You Tube Videos ausgegraben (Dieses hier und das hier), die gleich noch ein paar Infos mehr vermitteln. Viel Spaß beim Schauen!

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