Flieg Vogel Flieg

Wir haben es getan: In Wanaka wollten wir uns eigentlich nur mal kurz beim Skydiven nach den Preisen erkunden (dachte Micha). Ich dachte, er wollte es unbedingt machen, weil wir ja die Preise schon kannten. Schwupp, waren wir angemeldet und am 6.01. kamen wir morgens bei strahlendem Sonnenschein zum Flugplatz. 15.000 oder 12.000 Fuß war die Frage. Wenn schon, denn schon: 15.000 Fuß (4.572 Meter) wurden flugs gebucht.

Und die Nerven? Eigentlich blieben wir erstaunlich ruhig, abgesehen, dass man etwas nervös lacht und komische Witze macht. Micha war plötzlich verschwunden. Im Flieger hab ich ihn aber wiedergefunden, fest angekettet an seinen Instructor.

Nach ungefähr 5 Minuten fühlte es sich schon sehr hoch an, wir hatten aber erst wenige Höhenmeter geschafft. Fast 20 Minuten konnten wir Lake Wanaka, Mount Cook und Co. von oben beobachten. Eigentlich zahlt man also für einen Rundflug, da der Sprung nachher viel kürzer ist. Kurz vor den 12.000 Fuß, wo die ersten springen wollten, wurden wir nochmals fester geschnallt und bekamen Sauerstoffmasken – für alle Fälle. Einer nach dem anderen hüpfte raus, der Flieger wurde merklich leichter. Irgendwie waren dann nur noch wir zwei mit unseren Tandempartnern und den Piloten. Komisches Gefühl. Ich hatte das Kamera-Paket gebucht, Micha wollte das Elend nicht festhalten. Mein Kameramann machte also die Tür auf und ich wurde nach vorne bugsiert. So richtig Nein sagen ging dann nicht mehr. Während der Instructor also eigentlich noch im Flieger sitzt, hängt man selbst schon halb draußen und schaut ins Ungewisse. Und dann gehts los, der Instructor springt einfach raus. Rund 60 Sekunden Freefall bei 60 Metern pro Sekunde. Wahnsinn.

Wir beide fanden diesen Teil später am besten. Angst hatten wir nicht wirklich, denn es ist viel zu hoch, um Details auf der Erde wahrzunehmen. Dementsprechend hat das Gehirn nichts, an dem es sich orientieren kann, um Angst zu haben. Also Augen auf, Glückshormone rein und ganz laut schreien. Das macht immer noch am meisten Spaß. Zwischendurch muss man immer wieder lachen und unkontrolliert grinsen. Nach einer gefühlten Ewigkeit öffnet sich der Schirm und der Instructor erklärt einem die Umgebung. Ich so: “Schwebt unter uns einer von denen, die vorher rausgesprungen sind?” Er: “Nein, das ist dein Freund.” Oh, Micha und sein Instructor waren wohl schwerer oder hatten weniger Runden gedreht. Jedenfalls, hatten die beiden uns komplett überholt.

Unten angekommen – nach einer extrem sanften Landung – hieß es nur noch: NOCHMAL!

Und hier auch noch das Video in der Hoffnung, dass ihr es öffnen könnt (hier gibt es keine Gema):

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