Die Entdeckung der Langsamkeit in Laos: Fazit

Waren wir wirklich in Asien? Laos ist so schön ruhig und entspannend, dass man kaum merkt, dass man auf diesem sonst sehr quirligen Kontinent ist. Aber ein Land, in dem “Danke schön” einen so wunderbaren Klang hat wie “Koptschai lailai” muss es einem auch gut gehen.
Die Laoten sind sehr herzlich und lächeln viel. Ein “Sabaidee” wird einem immer zugerufen und wir fühlten uns daher Willkommen. Einzig und allein das Hochgewürge von Schleim und auf die Straße rotzen, ist und bleibt gewöhnungsbedürftig. Da fällt uns ein, dass es in Neuseeland aufgrund der hohen asiatischen Population Aufschriften auf den Mülleimern gab, dass man dort nicht reinspucken darf. Von der großen Armut haben wir weniger mitbekommen. Bettler haben wir keine gesehen und nur einmal sind uns in Luang Prabang Kinder begegnet, die blitzschnell die Teller der Touristen leer gegessen haben, nachdem diese von den Tischen aufgestanden waren. Gut fanden wir das Projekt Big Brother Mouse, weil sie überall Schilder hängen hatten, dass man Kinder nicht zum Betteln ermutigen und auf keinen Fall Süßes ausgeben soll. Stattdessen rufen sie dazu auf, Bücher zu kaufen und zu verteilen, um zur Bildung der Kinder beizutragen, damit diese sich vielleicht eines Tages selbstständig aus der Armut befreien können. Ansonsten sind die Laoten herrlich entspannt, alles wird gemächlich erledigt und alles zu seiner Zeit. In Deutschland muss alles immer gleich und am besten schon gestern erledigt sein, die Laoten haben da mehr vom Leben und sind stressfreier.

Lecker war das Essen. Chili-Papayasalat, knusprige Algenblätter und scharf gewürzte Suppen machten jeden Tag spannend. Zu fast allem wird Sticky Rice serviert. Mit den klebrigen Körnern isst man dann die Dips und Beilagen mit der Hand. Dazu gönnten wir uns immer einen frisch gepressten Saft aus Mango, Melone oder einer der anderen tollen Früchte. Unser Vitamin C Haushalt ist bis oben hin gefüllt. Interessant ist, dass das Essen nicht gleichzeitig auf den Tisch kommt, weil nicht jeder sein eigenes Gericht isst, sondern alles geteilt wird (siehe auch in unserem Artikel Regeln in Laos). Und der französische Einfluss machte sich natürlich manchmal bemerkbar, vor allem bei den göttlichen Baguettes und Croissants an vielen Ecken.

Das Reisen in Laos ist beschwerlich. Zwar sind alle Städte gut mit Bussen verbunden, aber die Straßen sind in einem so schlechten Zustand, dass man häufig nur 20 oder 30 km/h fährt. So werden aus 155 km zwischen Vientiane und Vang Vieng schnell über 4 Stunden und unsere Nachtfahrt zwischen Oudomxai und Vientiane hat 17 Stunden gedauert (530 km). Durch die Schlaglöcher wird man zudem kräftig durchgeschüttelt, so dass man entweder einen stabilen Magen oder gute Reisetabletten dabei haben muss. Ein großes Lob aber an all unsere Fahrer, die sehr besonnen über die Straßen navigieren.

Von den Busreisen konnten wir uns prima in unseren Unterkünften erholen. Zwischen 7 und 11 Euro haben wir für sehr große Doppelzimmer gezahlt mit eigenem Bad und Ventilator, teilweise sogar mit Klimaanlage. Ausnahmelos haben wir richtig gute Betten gehabt (immer im King Size Format), da kann manch deutsches Hotel nicht mithalten. Ein Fernseher war meist auch dabei und wir konnten die neuesten Blockbuster auf HBO schauen oder der aktuellsten ARD-Talkrunde bei der Deutschen Welle beiwohnen.

Das Klima hat uns positiv überrascht. Wir haben gedacht, die im Schnitt 35 Grad kommen uns viel heißer vor, aber die meiste Zeit fühlten wir uns ganz wohl – was vor allem auch an der trockenen Hitze lag – und abends konnte man entspannt draußen sitzen. So ließ es sich prima aushalten und wir konnten entspannt die Gegend erkunden.

Wir hoffen, dass Laos weiterhin ein schönes, entspanntes Land bleibt, und freuen uns, wenn einer von euch es hier einmal herschafft!

PS: Das Buch “Die Entdeckung der Langsamkeit” sei an dieser Stelle auch mal empfohlen, auch wenn es nichts mit Laos zu tun hat.

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