Eine Zugfahrt, die ist lustig…

In Myanmar Zugfahren ist ein Abenteur für sich. Schade, dass der Ticketpreis mehrheitlich an die Regierung geht, sonst würden wir noch öfter in der Bimmelbahn sitzen. Und man fühlt sich so schön an Deutschland erinnert: Die Züge sind nicht pünktlich! Allerdings punktet Myanmar mit freundlichstem Personal (“Schau mal nach links, da ist doch ein schönes Foto” oder “Wir halten 5 Minuten, du kannst gern rausgehen”) und einem tollen Boardservice (bei jedem Halt reichen fleißige Hände Essen und Trinken herein).

Wir wollten unbedingt nördlich von Pyin Oo Lwin über das 1900 erbaute Goteik Viadukt fahren. Die komplette Strecke bis nach Lashio hochzufahren und dort einige Tage zu verbringen, hatten wir keine Lust drauf. Deshalb gings an einem Tag hin- und zurück, was dank der größtenteils einspurigen Gleise super klappte. Durch wunderschöne Landschaften, abgebrannte Felder und kleine Dörfer zog sich der Zug mit ca. 20 km/h an den Bergen entlang. Damit einem nicht langweilig wurde, bewegte sich das Abteil nicht nur von links nach rechts, sondern meist auch von oben nach unten, was Lesen oder Schlafen so gut wie unmöglich machte, aufs Klo gehen aber leider meist auch. Aber schließlich waren wir ja auch nicht zum Spaß da. Nach etwa 3 Stunden tauchte das über 100 Jahre alte Viadukt vor uns auf und im gemächlichen Tempo gings über die Brücke. Das schönste: Die Türen sind im Zug die ganze Zeit auf, so dass man sich für den besten Schnappschuss aus der Tür hängen kann. Bei 250 Meter Abgrund unter einem ein schöner Spaß!

Am späten Nachmittag wieder in Pyin Oo Lwin angekommen, entschlossen wir uns aber dann doch für einen Pick-up-Truck nach Mandalay. Mit dem Zug hätte die Fahrt weitere 6 Stunden gedauert, so wir waren knapp 1,5 Stunden unterwegs. So schnell ist also Zugfahren in Myanmar!

PS.: Ist Reisen nicht schön? Wann fährt man schon mal in Deutschland 4 Stunden Zug, um nach einer halben Stunde gleich wieder zurückzufahren? Ach, diese Freiheit…

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