Don’t cry for me Argentina: Unser Fazit

Argentinien haben wir im Schnelldurchlauf gemacht, aber sehr genossen. Wunderschön waren die Weinberge im Norden rund um Salta (und natürlich lecker), imposant die Iguazu Wasserfälle, spannend die verschiedenen Ecken von Buenos Aires und idyllisch die Landschaft in Patagonien.

Argentinien ist ein wunderbares Reiseland: Man kommt gut von A nach B per Bus oder Flugzeug. Leider sind die Preise extrem hoch, daher muss man sich sehr genau überlegen, wo genau man hin möchte und es sich auch finanziell leisten kann, denn das Land ist riesig. Landschaftlich hat es aber alles zu bieten, wovon man träumen kann. Mit dem Flieger ist man schnell von tropischer Hitze zu Schnee und Gletschern gewechselt. Den Flieger zahlt man übrigens lieber mit Kreditkarte: Das argentinische Geld ist bislang das ekligste, was wir bisher gesehen haben. Lapprige alte Scheine, die sogar aus dem Automaten mit Tesafilm zusammengeklebt kommen. Zudem sind sie so dünn und dreckig, dass man jedesmal nach dem Anfassen das dringende Bedürfnis verspürt, sich mit Desinfektionsgel die Hände zu reinigen. Kein Wunder, dass hier keiner denkt, dass das Geld etwas wert ist. Die Inflationsrate beträgt jährlich inoffiziell zwischen 25 und 30 Prozent.

Die Hostel-Preise waren eigentlich in Ordnung. Wir hatten sehr schöne Unterkünfte für durchschnittlich um die 11-15 Euro. Am teuersten war El Chalten mit 90 Pesos (ohne Frühstück), am günstigsten Tilcara mit 30 Pesos (mit Frühstück). In diesem Land kamen wir ausschließlich in den Genuss von Dorms, da die Doppelzimmer bis zu drei- oder vierfach so teuer waren. Dorms sind aber auch mal ganz nett und wir haben darauf geachtet, nicht mehr als 6 Leute insgesamt pro Raum zu haben, sonst wird es ja auch schnell unpersönlich.

Beim Essen war Argentinien ein Highlight. Endlich wieder guten Käse für Eike, reichlich zarte Steaks für Micha und leckeren Wein für beide. Zum Snacken gab es zwischendurch Empanadas (gefüllte Teigtaschen). Die Argentinier übten sich hier in Vielfalt und kaum ein Laden hatte weniger als vier verschiedene Sorten und immer auch vegetarische Optionen dabei. Bemerkbar gemacht haben sich auch die italienischen Einwanderer: Pizza und frischgemachte Nudeln waren Standard auf den Speisekarten. In Buenos Aires gab es zudem reichlich Medialunas (Croissants, aber viel besser) zum Frühstück und Cafe. Da konnte man schnell süchtig werden. Einheimische essen am liebsten Dulce de Leche (Karamellaufstrich) dazu, uns machte es eher Zahnweh. Gestillt haben wir den süßen Hunger lieber bei meist hausgemachtem Eis. Einfach göttlich. Gegessen wird abends erst sehr sehr spät, vor 9 Uhr ist kaum jemand im Restaurant. Aber an 10/11 Uhr abends essen gewöhnt man sich erstaunlich schnell. Ein wenig vermisst haben wir eine gute Obstauswahl, meist blieb es bei Bananen und Äpfeln. Da geht noch was, liebe Argentinier.

Die deutschen Einwanderer sind hier allgegenwärtig. Sei es im Cafe beim “Kuchen” bestellen oder auf dem Friedhof mit deutschen Nachnamen. Und auch die deutsche Vergangenheit lässt nicht los. In Buenos Aires entdeckte ein Hostelmitbewohner “Mein Kampf” auf dem Flohmarkt und in Ushuaia sahen wir die Cafeteria-Mitarbeiterin mit einer spanischen Ausgabe, die sie in einem Antiquariat ergattert hat. Aus welchen Beweggründen konnten wir leider nicht herausfinden.

Die Menschen waren durchweg herzlich, besonders in der Hauptstadt. Unser Highlight war ein LKW Fahrer, der doch mal spontan anhielt in Buenos Aires, um uns – verloren in eine Straßenkarte dreinblickend – zu helfen. Unten im Norden waren sie ein wenig zurückhaltender, aber auch immer hilfsbereit und offen.

Super fanden wir, dass Plastiktüten im Supermarkt entweder was gekostet haben oder sogar ganz verboten waren. Dies war vor allem in El Calafate / El Chalten der Fall. Per Gesetz gab es einfach keine statt dessen wurden die Verpackungskartons aufgehoben und teilweise geklebt, um sie wieder benutzbar zu machen. Dies war doch eine willkommene Abwechslung zu dem Plastiktütenwahnsinn (Wie? Sie wollen keine 3 Tüten für Ihre 3 Produkte?) in Peru, Ecuador und Bolivien. Und ein guter Ansatz, den man in Deutschland umsetzen könnte.

 

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One Response to Don’t cry for me Argentina: Unser Fazit

  1. Ka(r)l Auer says:

    Madonna

    Maradonna

    Donna Mara

    Donna Wetta

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