Die Welt ist nun sicherer: 3 Piranhas weniger

Aufatmen für alle, die eine Tour in die bolivianische Pampas machen: Micha hat todesmutig drei Piranhas erledigt! Darunter sogar einen roten Piranha, der die gefährlichste der dort 5 vorkommendenden Arten ist. Piranha-Fischen war nur eine von vielen Aktivitäten, die wir während unserer 3 Tage in den Pampas gemacht haben.

Gestartet sind wir mit einem winzigen Flieger (18 Personen) von La Paz aus. Auf die 18-24 Stunden Busfahrt über Berge und Abhänge hatten wir nämlich wenig Lust. Aber leider sind Flieger hier auch nicht sonderlich zuverlässig. Auf Änderungen, vor allem gerade jetzt zu Beginn der Regenzeit, muss man sich immer wieder einstellen. Und so flogen wir am Nachmittag statt wie geplant am Morgen und verbrachten noch eine Nacht in Rurrenabaque. Der Temperaturschock saß vor allem nach unserem Bergabenteuer mit Minusgraden tief: Über 35 Grad bei 80 Prozent Luftfeuchtigkeit ließen kaum Raum zum Atmen. Neben fieser Sonne bringt der Dschungel noch etwas lästigeres mit sich: Moskitos. Weiß eigentlich jemand, was man zuerst aufträgt? Sonnencreme oder Moskitospray? Wir haben den Kampf noch zusätzlich mit Vitamin B Pillen begonnen, denn der Geruch, den man durch die Einnahme ausströmt, soll wohl helfen.

Bei den tropischen Temperaturen haben wir am Abend unseren neuen Lieblingscocktail entdeckt: Wassermelonen-Daquiri. Einfach göttlich bei der Hitze. So gings gestärkt am nächsten Tag mit unserem Guide von Dolphins-Travel und 5 weiteren Welten-Mitbürgern auf große Reise. Erst 3 Stunden mit dem Jeep über eine Huckelpiste (lecker Staub essen) und dann 3 Stunden mit dem Boot zu unserer Lodge. Bei der Bootsfahrt waren wir hin- und hergerissen zwischen der Natur, den vielen Tierarten und der extremen Sonneneinstrahlung. Am Fluss tummelten sich unter anderem Capybaras, auch Wasserschweine genannt, Kaimane, Schildkröten und gelbe Affen. Das Highlight waren aber die rosa Flussdelfine! Die wollten wir schon damals in Kambodscha sehen, hatten es aber nicht geschafft. Über die Ankunft in der Lodge und eine kalte Dusche haben wir uns nach der langen Fahrt aber immerhin genauso gefreut wie über die Tiere. Abends ging es gruselig zum Nachtspaziergang, um Wild zu finden. Leider erfolglos, aber dafür sahen wir einen echt schönen Sternenhimmel.

Tag 2 begann matschig: Mit Gummistiefeln bewaffnet ging es in ein riesiges Sumpffeld, um Anacondas zu suchen. Warum man sowas freiwillig tut? Keine Ahnung, aber wir stapften – erst vorsichtig, dann mit großen Schritten- fröhlich durch den Sumpf. Als man erstmal den Punkt hatte, dass die Suppe auch in den Stiefel lief, war eh alles egal. Nach dem leider erfolglosen Matsch-Jogging (könnte hier noch eine neue Trendsportart werden und das Aqua-Jogging verdrängen), fuhren wir schnell zur Lodge, denn ein Gewitter zog auf. Wir schafften es gerade noch dort Mittag zu essen bevor der Wind durch die Mückengitter drückte und es sehr dunkel wurde. Alle aus unserer Gruppe nutzten den Sturm für einen ausführlichen Mittagsschlaf. Nachmittags lichtete sich der Himmel immer mehr, so dass dem Piranha-Fischen nichts mehr im Wege stand. Ausgerüstet mit Angelschnur, Haken und ausreichend fein geschnittenem Rindfleisch gings aus Beutezug. Micha war der Erfolgreichste aus unserer Gruppe.  Zum Abendessen konnten wir daher reichlich Piranha und Catfish (hatte unser Guide noch gefangen) genießen. Die Piranhas sind übrigens sehr schlau und schaffen es, das Fleisch vom Haken zu knappern bevor man bis 3 zählen kann.

Unser letzter Pampas-Tag begann um 5.30 Uhr mit ein wenig Hektik. Irgendwie hatte mein Wecker nicht so recht geklingelt, so dass wir uns ein wenig beeilen mussten als unser Guide uns endlich weckte. Schließlich wollten wir den Sonnenaufgang sehen. Das frühe Aufstehen hat sich auch gelohnt und der Tag wurde auch noch besser: Nach dem Frühstück machten wir uns auf die Suche nach rosa Flussdelfinen, um mit ihnen zu schwimmen. Micha blieb im Boot, denn er hatte Angst vor der Rache der Piranhas, ich genoss das Bad im lauwarmen Wasser mit den anderen. Ganz nah kommen die Delfine einem nicht, aber es war schon ein wundervolles Gefühl, dass sie in der Nähe schwimmen. Wenn Delfine im Wasser sind, ist es übrigens ein Zeichen für Piranha Freiheit, denn diese werden von den Delfinen gegessen. Micha glaubte aber nicht so recht dran.

Wieder zurück in Rurrenabaque fanden wir das absolute Flugchaos vor. Wegen des Regens waren einige Flüge gestrichen worden und wir bangten um unsere Rückreise nach La Paz. Denn wenn hier Flüge gestrichen werden, werden sie eigentlich nur verschoben, so dass man seinen Anspruch auf eine bestimmte Uhrzeit verliert, da andere, deren Flieger nicht gestartet ist, auf spätere Uhrzeiten gebucht werden. Nach über einer Stunde Warten im Büro dann die Erleichterung. Statt 7.15 flogen wir nun um 9:30 Uhr. Andere hatten nicht so viel Glück und mussten noch einen weiteren Tag in Rurrenabaque aushalten.

Den Abschluss unserer Pampas Tour feierten wir dann mit unserer inzwischen lieb gewonnenen Gruppe bei leckrem Essen und natürlich Wassermelonen-Daquiris.

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3 Responses to Die Welt ist nun sicherer: 3 Piranhas weniger

  1. Petra Westphal says:

    Schluchz, oh, wie gern wär ich auch gern dabeigewesen – beim Angeln, meine ich. :-)

    Lieben Anglergruß aus dem Norden

    Friedel

  2. Seelöwe says:

    Die Piranhas haben sich zwischen und in die Fotos gebissen. Die Diashow hakt. Also, Michael, noch mal ran

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