Dollar-Stopp Bangkok

Die letzten zwei Nächte in Laos verbrachten wir noch in Vientiane. Erfolgreich holten wir unser Indien-Visum bei der Botschaft ab und genossen die Klimaanlage und den Fernseher in unserem Hostel. Dann ging es per Nachtzug aus der laotischen Hauptstadt in Richtung Bangkok. Die erste Zugfahrt unserer Weltreise. Auch zum Zugfahren hatten wir einiges gelesen und waren leicht aufgeregt…

Erst ging es außerhalb von Vientiane auf Laos einziger Zugstrecke (unglaubliche vier Kilometer Streckennetz) über die Mekong-Freundschaftsbrücke nach Nong Khai in Thailand, wo wir dann in den wirklichen Nachtzug stiegen. Wir buchten die Betten-Klasse im Klimaanlagen-Abteil (2. Klasse). Es gab auch die Möglichkeit die 14 Stunden sitzend auf Holzbänken zu überleben. So schlimm sieht es mit unserem Budget aber glücklicherweise (noch) nicht aus. Wir warteten gespannt auf den Umbau des Sitzes in ein Bett. Ein Sitz ist jeweils immer gegenüber von einem anderen, es gibt also kein geschlossenes Abteil, sondern ein großes offenes Abteil. Für die Nacht baut der Schaffner den Sitzbereich zu einem unteren Bett um. Von oben wird ein zweites oberes Bett runtergeklappt.

Nun konnten wir endlich unseren mitgebrachten Abendsnack auf dem frisch gemachten Bett einnehmen. Baguette (aus der französischen Bäckerei in Vientiane) mit Streichkäse und Nutella (yeah, das Last-Minute-Schnäppchen aus Australien). Nicht nur wir genossen den Schmaus, sondern auch der Kellner aus dem Bord-Bistro. Erst dachten wir, er fände es nicht gut, dass wir unser selbst mitgebrachtes Essen im Zug verspeisen. Er stand nämlich geschlagene fünf Minuten neben uns und hat uns munter bei unserem Snack beobachtet. Dann dachten wir, er sei wohl sehr beeindruckt und hat das so noch nicht gesehen. Sonst sieht und serviert er ja auch immer nur Fried Rice…

Mit gefülltem Magen konnten wir dann das gemütliche Bett genießen und schwebten morgens mit zwei Stunden Verspätung in Thailands Hauptstadt ein.

Bangkok war für uns nur Durchgangsstation auf unserem Weg nach Myanmar; von hier ging es nach Mandalay. Wir nutzten die Zeit in der Stadt aber weise. Wichtigster to-do-list-Punkt (ja, wir haben wirklich to-do-Listen auf unserer Reise, die für Bangkok war besonders voll) war, blitzblanke US-Dollar-Noten ohne Kratzer, Knick, Beschmutzung und Riss zu bekommen. Und dann auch noch die ab 2006 gedruckten, und nicht die CB-Serie. Andernfalls nimmt sie in Myanmar keiner an. Dort kann man nämlich kein Geld an Geldautomaten abheben (so alle Reiseführer und da gewesenen Touristen) und nur in den teuersten Hotels mit Kreditkarten zahlen. Zahlungen für Hotels, Zugtickets sowie Eintritte werden nur in US-Dollar akzeptiert. Die Bank of Bangkok weiß Bescheid. Man muss nur Myanmar und US-Dollar aussprechen, schon zücken die netten Bank-Mitarbeiterinnen die frisch gebügelten Dollar-Scheine aus dem Tresor raus. Mit der Hosentasche voller Dollar (sonst tragen wir etwa 2% des Geldes mit uns rum wenn wir unterwegs sind) tourten wir durch Bangkok, um neue Sonnenbrillen (geschätzt Sonnenbrille Nr. 14 und 15), neue Hosen (jaaaaa, seit einem halben Jahr gibt es H&M in der Stadt) zu kaufen und uns einen neuen Haarschnitt zu verpassen. Sehr beeindruckend war für uns der Chatuchak-Wochenendmarkt: 10.000 Verkaufsstände und viele mit selbst designten Klamotten. Ein wahres Shopping-Paradies wenn der Rucksack nicht schon voll genug wäre und einen die 38 Grad im Schatten nicht erdrücken würden…

Tempel, Kultur, Museen? Alles nicht gemacht in Bangkok. Dafür aber noch eine Pizza in der bekannten Traveller-Straße Khao Sahn. Wer weiß, ob es in Myanmar Pizza gibt!

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