Auf zum Golden Rock

Von Hpa-An brachte uns ein China Bus mit noch weniger Beinfreiheit und keiner Klimaanlage in die Nähe vom Golden Rock. Jeder gute Buddhist träumt einmal davon, hierherzukommen. Warum also nicht auch wir?
Morgens um 6 Uhr machten wir uns auf zum Busbahnhof. Hier werden die ganzen guten Buddhisten und wenigen Touristen in LKWs gezwängt. Nun wissen wir auch, wie sich Massentierhaltung anfühlt. Naja, jedenfalls hatten wir Frischluftzufuhr. Menschen drin, Truck voll: losfahren. Ungefähr eine Minute lang genossen wir den Fahrtwind. Dann machte unser Truck das, was fast alle fahrbaren Untersätze in Asien mit uns gemacht haben: Tanken fahren. So etwas geht in Asien nämlich nicht vorher, sondern nur mit voller Besetzung. Fünf Minuten Fahrtwind später stoppten wir erneut. Dieses Mal auf dem Programm: Fahrtgeld einsammeln. Danach ging es aber nicht weiter ohne Programmpunkt Nummer 3: Drei Männer begannen eine Ansprache und wollten Geld. Einige Leute gaben etwas, andere nicht. Muss sich also um Spenden gehandelt haben. Alle bekamen sogar eine Spendenquittung von Mann Nummer 2 und 3 mit ihrem Namen und der Summe drauf. Dann betrat ein weiterer Spendensammler die Bühne. Er hatte weniger Ausbeute als sein Vorgänger. Ob es daran lag, dass er keine Quittungen verteilte?

Endlich gings weiter und in hohem Tempo sausten wir um die Kurven. “Wie Achterbahn”, fand Micha. “Nur ohne Schalensitze und Anschnallgurt”, fand ich, denn ich saß ganz hinten an der Metallstange. Nach einer halben Stunde machten wir noch einmal Halt für weitere Spendentöpfe, aber dann hatten wir es auch geschafft.

Oben angekommen zog sich der Nebel immer weiter zu, so dass wir schon befürchteten, dass wir den Golden Rock gar nicht zu Gesicht bekämen. Aber die Menschen hatten wohl genug gespendet (am Eingang gab es nochmal acht verschiedene Töpfe) und so kam die Sonne stückchenweise raus. Unsere Gabe bestand übrigens aus je 6 US-Dollar (in tadellosem Zustand), die wohl direkt an die Regierung gehen. Dafür bekamen wir ein tolles Touristenkärtchen, das wir uns um den Hals hängen konnten!

Barfuss machten wir uns auf den Weg zum Golden Rock und nach ein wenig Geduld liess die Sonne ein paar schoene Fotos zu. An den Felsen selbst durfte ich als Frau  nicht ran. Ob Buddha das wirklich so gewollt hatte?

Neben dem Golden Rock waren wir uebrigens das zweitbeliebteste Fotomotiv. Als ein Maedchen uns hinterher rannte, um Schnappschuesse von uns zu machen, fragte ich sie einfac, ob sie ein Bild will. Ungefaehr 50 Fotos spaeter (Alle mit Eike, nur eine mit Eike, Zwei mit Eike, dann das ganze nochmal nur mit Micha, und natuerlich dann wir beide zusammen mit allen) wurden wir entlassen.

So kehrten wir  mit Blitzlichtgewitter in unseren Augen wieder zum Viehtransporter und ins Dorf zurueck. Von hier gings nach Yangon, allerdings mit dem Zug, weil wir keine Lust auf Busse mehr hatten.

PS: Laut der Wikpedia Legende reicht wohl schon ein einziger Blick auf den Golden Rock, um zum Buddhismus zu konvertieren. Ich glaub, wir haben nicht richtig hingeschaut an dem Tag…

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