Auf Gletschertour

Das Auto rollte unentwegt die Westküste hinauf gen Franz Josef Gletscher und dem Fox Gletscher. Da fuhren wir doch gern mit. Wir fanden einen tollen null Euro Campingplatz am Strand und die Sandfliegenplage hielt sich zum Glück auch in Grenzen. Wer keine Sandfliegen kennt, muss unbedingt mal herkommen. Die kleinen schwarzen Fliegen schwirren munter von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang um einen herum und beissen herzhaft zu. Die Chance Stiche zu bekommen steht bei 50 Prozent, denn nur die Weibchen brauchen das menschliche Blut. Die Stiche sind schmerzhaft und schwellen schnell an. Zudem jucken sie über Tage und Wochen. Wer kratzt, hat verloren: Dies macht es nur alles noch schlimmer und kann sogar zu Narben führen. Ich hatte das Vergnügen schon in Ecuador, aber die Neuseeländischen Sandfliegen sind nochmal eine Stufe schlimmer. Es gibt übrigens die Theorie, dass die Westküste Neuseelands deswegen so unberührt und schön ist, weil die Sandfliegen die größten Touristenschwärme abhalten. Also hiess es: Auto so wenig wie möglich aufmachen und Sandfliegen töten, die den Weg zu uns gefunden haben. Dies ist zum Glueck relativ leicht, denn in Sachen Schnelligkeit gewinnen die Dinger nicht. Sehr träges Volk.

Die Gletscher haben uns übrigens weniger beeindruckt. Man soll ja nicht vergleichen, aber Argentinien gewinnt um Längen. Hier waren es eher graue Haufen, die man auf weite Entfernungen sehen kann. Schnell weiter. Wir Glückspilze kamen in den Genuss einer nagelneuen Brücke gen Norden. Wegen des starken Regens ist nämlich nördlich der beiden Städte die Mitte einer Brücke weggeschwemmt worden. Über Tage sassen die Urlauber auf beiden Seiten fest bzw. mussten mehrere hundert Kilometer Umweg fahren. Just als wir ankamen, war das neue Brueckenteil eingesetzt und wir rollten weiter durchs Sandfliegenland.

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